Stille genießen im Wald und am Wasser
(von Simone Brockes)
Naturpark Schwalm-Nette am Niederrhein - ein Dorado für Wanderer, Radler, Reiter und Kanuten
Knorrige Kopfweiden säumen Flüsse und Bäche, schnurgerade Pappelreihen schmücken die Alleenstraßen, Morgennebel steigen aus den weiten Wiesen. Abends mag man mit etwas Phantasie die Elfen über die Moorflächen tanzen sehen: Augen-Blicke vom Niederrhein.
Entlang der deutsch-niederländischen Grenze erstreckt sich das landschaftlich sehr reizvolle und attraktive Erholungsgebiet des Naturparks Schwalm-Nette. Es umspannt rund 435 Quadratkilometer auf Teilgebieten der Kreise Kleve, Viersen, Heinsberg und Mönchengladbach in Nordrhein-Westphalen.
Wer das "Elfenmeer" oder die seltene Wachholderheide im Elmpter Schwalmbruch kennen lernen oder die Zwölf-Seen-Platte der Krickenbecker Seen und die grünen Auenlandschaften am linken Niederrhein besuchen möchte, der sollte sich Zeit nehmen. Es heißt, es sei Liebe auf den zweiten Blick, die die Besucher für eine Region einnimmt, die mit ihren Heideflächen, ausgedehnten Wäldern, Sümpfen und Mooren, Flusstälern und sanften Höhenzügen eine Landschaft für Individualisten und stille Genießer bildet.
Revier für Wanderer, Radler und Reiter
Seit 1976 zählt der bereits 1965 gegründete Naturpark auch zum 725 Quadratkilometer umfassenden deutsch-niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Wald und Wasser, aber auch schöne Parkanlagen in den Städten und Kreisen sind die prägenden Elemente diese Naturraumes. Flach ist das Land und eignet sich deshalb vorzüglich zum Radwandern. In den Wälder begegnen sich Wanderer, Reiter und Radler. Auf den Flüsschen treiben sanft die Kanufahrer dahin. Zu Land und zu Wasser kann man die Stille genießen und Natur pur erleben und entdecken. Bootswandern auf Erft, Nette, Niers und Schwalm ist ein beliebtes Freizeitvergnügen.
Den Reiz vieler Städte und Dörfchen am Niederrhein macht das mittelalterliche Ambiente aus. Die restaurierten alten Stadtkerne mit den Resten ihrer alten Wehrmauern und ihren Türmen, die Herrenhäuser, Burgen und Schlösser, Klöster und Kirchen erinnern an eine lange und ereignisreiche Geschichte, die bereits vor 2000 Jahren begann und deren Spuren der kundige Besucher immer wieder begegnet.
Ein dichtes Netz ausgewiesener Wanderwege und zahlreiche gut geführte Radwanderrouten erschließen dem Besucher und den zirka 150 000 im Naturpark lebenden Menschen einen attraktiven Erholungsraum. Nicht nur für kulturell oder an Natur Interessierte, sonder auch Sportbegeisterte hält der Niederrhein ein breites Angebot bereit. Neben Wandern und Radwandern bestehen Möglichkeiten zum Reiten, Kanufahren, Sportsegeln, Wasserskilaufen, Baden, Angeln, Rudern und mehr.
Die Übernachtungsmöglichkeiten reichen von Jugendzeltplatz über modern ausgestattete Jugendherbergen und Pensionen bis hin zur stilvollen Unterkunft in historischem Gemäuer.
Das landschaftlich reizvolle Wechselspiel von Bewaldung, offenen Wiesen-, Weide- und Ackerflächen, durchbrochen von zahlreichen kleineren Bächen, Flüssen und Seen, bildet eine ideale Ausgangsbasis als Ferien- und Erholungslandschaft. Ursprüngliche Feuchtgebiete und Amphibienlaichbiotope zeichnen den Niederrhein international aus.
Das milde, atlantisch geprägte Klima ermöglicht Naturfreunden, nahezu ganzjährig die heimische Natur zu erleben. Zahlreiche, zum Teil idyllisch in die Naturparklandschaft eingebettete ehemalige Ritter- und Herrensitze, Burgen, Schanzen und Landwehren sind lebendige Belege europäischer Geschichte. Außerhalb der Ortschaften zeugen historische Wind- und Wassermühlen, in Fachwerkbauweise errichtete Bauernhöfe, Betstöcke, Kreuzwegstationen, Kapellen, Kirchen und Klöster vom traditionellen ländlichen Leben.
Und auch auf dem kulinarischen Sektor wird der Gast nicht enttäuscht: typisch niederrheinische Leckerbissen wie "Pottweck mit Kruut" (selbstgebackenes Weißbrot mit frischem Rübenkraut) oder "Schnibbelskook" erfreuen Gaumen und Magen.
Kunstwerk und Landschaft
Auch für gehobene Ansprüche haben die Niederrheiner vorgesorgt: Gourmet-Tempel verwöhnen anspruchsvolle Geschmacksnerven. Und da bekanntlich das Auge mitisst, sorgt ein stilvolles Umfeld in umgebauten Burgen oder Mühlen für doppelten Genuss der Sinne. Dort kann man in aller Regel auch übernachten, wobei die Preise aber recht gewürzt sind.
Und noch etwas bietet der
Niederrhein: Weltweit dürfte es nicht viele Regionen geben, die ein so breites
und reiches Angebot an Museumslandschaften aufzuweisen haben wie zwischen Mönchengladbach
und Xanten. Vom stark beachteten Internationalen Zentrum für zeitgenössische
Kunst im Museum Abteiberg in Mönchengladbach reicht das Angebot bis zum
Deutschen Textilmuseum in Krefeld mit einer Sammlung von 20 000 Textilien aus
2000 Jahren und bis zum populären Spielzeugmuseum von Rang als Teil des
Niederrheinischen Freilichtmuseums des Kreises Viersen in Grefrath, von den
eigenwilligen Skulpturen-Hallen von Rückriem in Rommerskirchen über das Museum
für Niederrheinische Sakralkunst mit hervorragenden Goldschmiedearbeiten in
Kempen bis zum Museum Insel Hombroich, das in einer 20 Hektar großen
Auenlandschaft an der Erft im Kreis Neuss auf völlig neue Art Kunstwerke und
Landschaft ineinander verschmelzen lässt.
Zahlreiche attraktive Museen und Kunstgalerien ergänzen das reiche Angebot.
Der Niederrhein lädt ein. Einfach mal hinfahren, erleben und genießen.
Vier Radlertouren führen durch die gesamte Niederrhein-Region. Die "NiederRhein-Route" ist das längste einheitlich ausgeschilderte Radwegenetz in Deutschland. Sie ist über 2000 Kilometer lang. Die Strecke durchläuft das "Radler-Paradies" Niederrhein mit seiner abwechslungsreichen Kulturlandschaft zwischen den wichtigen europäischen Strömen Rhein und Maas von Kleve bis Übach-Palenberg.
Reizvoll zu erradeln sind ebenfalls die Strecken "Herrensitz-Route", "Zwei-Länder-Route" und die "Kaiser-Route"
Der Naturpark Maas-Schwalm-Nette hat ein eigenes Angebot an Radwanderführern.
Anreise: über die A 40, A 44, A 46, A 52, A 57 und A 61, Zugverbindung bis Düsseldorf, Krefeld oder Mönchengladbach. Mit dem Flugzeug über Düsseldorf und Mönchengladbach oder die kleineren Flugplätze Krefeld-Egelsberg oder Grefrath-Niershorst.
Übernachtungen (ab 30 DM aufwärts), Pauschalangebote, Fahrrad- und Kanu/Bootsvermietungen, Planwagenfahrten, Reiten, Angeln vermitteln:
Tourismus GmbH Viersen, Große Bruchstr. 28-30, 41 747 Viersen, Tel.: 02162/93 04 24, Fax: 93 04 25
Naturpark Schwalm-Nette, Rathausmarkt 3, 41 747 Viersen, Tel.: 02162/39 18 40, Fax: 39 16 73
Touristik Agentur Niederrhein, Mühlenstege 11, 47 546 Kalkar, Tel.:02824/92 35 92, Fax: 92 35 35